Castillo Forest

Der Roman  
TIME TO GO

In der spirituellen Welt der Mutter aufgewachsen, mit den politischen Konflikten seiner Zeit konfrontiert, versucht Benjamin sich selbst zu finden.
Aber lassen sich Gegensätze und Ansprüche miteinander vereinbaren oder lösen?
Und was ist, wenn niemand einen versteht?

Bitte herunterscrollen

Leseprobe
TIME TO GO

Irgendwann verdichtete sich etwas und füllte sich mit Bewusstsein. Weiß, ein Wimpernschlag und Weiß. Benjamin kam langsam zu sich, hörte Stimmen, registrierte, dass das Weiß verschiedene Schattierungen hatte, und fing an zu differenzieren. Folien. Wie bei Gewächshäusern. Er hörte ein Piepsen, gleichmäßig rhythmisch. Er spürte Schmerz, den dumpfen Schmerz seines Körpers. Ein Säuseln, ein Rauschen … dann Schritte.
Benjamin wollte wieder abtauchen, aber die Stimmen ließen ihn nicht gehen. Sie fesselten seine Aufmerksamkeit und holten ihn immer weiter aus seinen Träumen, einem himmlischen Frieden.
 
Benjamin lag streng bewacht in einem Quarantänezelt … seine roten Locken abgeschnitten, der Bart abrasiert. Weiße, reine Leinenbettwäsche hüllte ihn ein.
„Er kommt wieder zu sich“, hörte er jemanden in einem ruhigen und sanften Ton sagen.
„Wurde aber auch Zeit!“ Eine unangenehme, bellende Stimme, militärisch, als wollte sie gewaltsam seinen Kopf abreißen. „Wie lange wird es noch dauern, bis wir ihn vernehmen können?“
„Ich denke, heute Nachmittag können sie das erste Mal mit ihm Kontakt aufnehmen.“ Diese Stimme war recht angenehm, vielleicht war es der Arzt. „Aber vorsichtig, er ist noch nicht über den Berg. Und ob oder wann er sich wieder vollständig an das, was geschehen ist, erinnern kann, wird sich zeigen. Außerdem, wenn er wirklich eine schwere Psychose hat, kann es durchaus sein, dass Sie auch später nur wenig Sinn in dem von ihm Gesagten erkennen werden.“
„Das lassen Sie mal schön unsere Sorge sein!“, antwortete der Mann mit der unangenehmen Stimme. „Ob wir damit etwas anfangen können oder nicht, hat Sie hier nicht weiter zu interessieren.“
Benjamin fühlte sich schwach und willenlos. Sein Körper schmerzte und es war nicht nur sein Körper, der ihm wehtat. Die Stimmen waren kalt und steril, wie der Raum, in dem er sich befand. Die Distanz, die in der Luft lag, war frostiger als der eisigste Winter. Schemenhafte Bilder von Schnee und klirrender Kälte, von einem zugefrorenen Fluss tauchten auf, mittendrin schwamm ein vereistes Kreuz. Ja, ein Hauch von Erinnerung kam in sein Bewusstsein. Er hatte irgendwo in weiter wilder und unberührter Natur, tief im Osten, einen kalten Winter durchgestanden. Und eine Offenbarung erhalten.

Die Sonne schien durchs Fenster auf die Plastikfolien des Quarantänezelts, vier Schatten bewegten sich drumherum, aber das Licht war kalt und hatte keine Chance, ihn ein wenig aufzuwärmen.
„Ach ja, Sie können das Quarantänezelt abbauen lassen“, warf die angenehmere Stimme ein. „Eine einfache Isolation reicht aus. Es besteht keine Ansteckungsgefahr.“
„Wie? Er hat sich mit keinem Virus infiziert?“, wollte eine weitere, aber ebenfalls raue Stimme wissen.
„Nein, hat er nicht. Das Problem, das ihn fast das Leben gekostet hätte, war eine Blutvergiftung durch das Kaninchenblut. Durch den Schuss des Polizisten gelangte es in seinen Körper.“
Ein Schuss, Kaninchen, Blut. Erinnerungen, schemenhaft dünn.
Die Schmerzen, die nun erneut in ihm aufflammten, waren kaum noch auszuhalten.
„Ob er sich vergiftet hat, interessiert uns nicht“, stellte die barsche militärische Stimme im Befehlston fest. „Wir wollten wissen, ob er ein Virus in sich trägt, und falls ja, ob es gegen dieses einen Impfstoff gibt oder wie lange es dauert, einen zu entwickeln. Aber da fragen wir wohl besser den Spezialisten, Herrn Dr. Schnittinger, unseren Virologen.“
Eine schrill schneidende, ja die unangenehmste der vier Stimmen antwortete: „Nein, er trägt kein Virus in sich. Außerdem haben wir eine komplette Blutwäsche vorgenommen. Bei den Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass er zwar Kontakt mit der Kaninchenpest Myxomatose hatte, eine Infektion oder Adaption, also eine zoonotische Übertragung, hat allerdings nicht stattgefunden.“

„Na dann“, sagte die bellende Stimme, zog am Reißverschluss des Plastikzeltes und steckte ihren runden Kopf hinein. Benjamin ließ seine Augen lieber geschlossen und tat so, als läge er noch im Koma oder schliefe tief. „Und ist er jetzt identifiziert worden? Ist er der Gesuchte?“
„Ja, das ist er“, antwortete die raue Stimme.
Leise, wie zu sich selbst sprechend, hörte Benjamin Herrn Schnittinger leise fisteln „One of the twelve monkeys.“
„Was haben Sie gerade gesagt?“
„Ach nichts. Nur dass ich ihn vielleicht noch brauchen könnte.“ Auch wenn diese Stimme sanft und ruhig wirken sollte, steckte etwas Ambivalentes in ihr.
„Ich werde jetzt den Stab unterrichten. Denken Sie bitte daran, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangen darf.“ Damit war das Gespräch beendet.
Die Schatten entfernten sich und verließen den Raum.

Wo war er? Was war geschehen?
War er gefährlich? Diese Leute waren es bestimmt.
Und wie hat alles angefangen?

***

Viereinhalb Jahre zuvor:

Es war November, ein grauer, trüber Novembertag. Eine steife Brise fegte aus Nordwest mit ihren Regenschauern übers Land. Die ersten Eiskristalle zeigten sich im Regen und klirrten leicht, wenn sie gegen die Fenster von Benjamins Zimmer schlugen. Die alten Kastenfenster pfiffen und klapperten mit jeder Windböe, während der Regen im Rhythmus des Windes gegen die Scheiben peitschte.
Der Wind, der um das Haus wehte, war viel mehr als nur Wind. Für Benjamin waren es lebendige Geister, die heulten und sangen, zum Schornstein aufstiegen, Qualm und Rauch wieder runter und zurück ins Zimmer drückten. Es waren die Geister, die da draußen tanzten und fegten und ins Haus einzudringen versuchten. Ächzen, Knacken und Zischen im Feuer.
Es war das Wispern des Todes. Das Belagern und Nagen seines Gefolges. Er konnte sie hören … und wie sie immer aufdringlicher wurden.
Seine Augen brannten und der stechende Geruch des schwelenden Feuers stieg ihm in die Nase. Ausgerechnet jetzt hatte er nur feuchtes Holz. Hatten die Geister etwa schon seit Langem alles vorbereitet, um sich hier und heute mit ihren Waffen zu manifestierten und zu zeigen? Geister, die der Seele seiner Mutter, die nebenan todkrank und vielleicht in den letzten Atemzügen lag, zu Leibe rückten und sie aus ebendiesen reißen wollten? Wollten sie sie holen und in das Totenreich begleiten? 

Bestellung

Der Roman TIME TO GO ist nicht im Buchhandel erhältlich, sondern nur per Direktbestellung.
Der Buchpreis beträgt 14,95 € pro Stück inkl. Versandkosten und gesetzlicher Mehrwertsteuer.

Die Bestellung funktioniert über Paypal durch Tippen auf "Jetzt kaufen" – wobei auch eine Zahlung per Kreditkarte möglich ist:

Oder Sie fordern einfach unsere´Kontonummer per E-Mail an info@time-to-go-roman.de an und überweisen dann den Buchpreis. Bitte in der E-Mail die Adresse angeben, an die das Buch geschickt werden soll. Eine verbindliche Bestellung erfolgt nicht durch die Anfrage, sondern erst durch Ihre Überweisung. Über die E-Mail-Adresse können Sie auch Mengenrabatt anfragen.

Datenschutz-
Erklärung

Diese Website ist „datensparsam“: Cookies und Tracker werden nicht eingesetzt. Personenbezogene Daten werden durch die Website selbst nicht erhoben.
Im Rahmen der Nutzung dieser Internet-Seiten werden folgende übliche Basis-Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert: Auf Servern in Deutschland werden Logfiles über den Zugriff des Betrachters unserer Seiten aufgezeichnet. Die Logfiles enthalten die feste bzw. dynamische IP-Adresse des aufrufenden Nutzers, aufgerufene Seiten, Browser Typ, Referrer-Adressen, Zugriffsdatum und Zugriffszeit. Die in den Logfiles enthaltenen Daten werden ausschließlich zu statistischen Zwecken verwendet. Eine Identifizierung der Nutzer*innen findet dadurch nicht statt.

Persönliche Daten teilen Sie uns jedoch mit, wenn Sie über Paypal oder per E-Mail Kontakt für eine Buchbestellung aufnehmen. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Bestellabwicklung verwendet und für diese Zeit gespeichert und anschließend gelöscht. Sie können jederzeit unter der unten angegebenen Kontaktadresse Auskunft über die über Sie gespeicherten Daten verlangen.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, über Paypal die Buchbestellung abzuwickeln. Erst mit betätigen des "Jetzt kaufen"-Buttons wird eine Verbindung zum externen Zahlungsdienstleister Paypal aufgebaut. Paypal erhebt dann zur Abwicklung der Zahlung von Ihnen eingegebene Zahlungsinformationen.
Für die Zahlung gelten die Geschäftsbedingungen und die Datenschutzhinweise von Paypal, welche innerhalb der jeweiligen Webseiten, bzw. Transaktionsapplikationen abrufbar sind. Für die Geltendmachung von Betroffenenrechten gegenüber Paypal verweisen wir auf die Datenschutzerklärung von Paypal: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/privacy-full.  Zu den durch Paypal verarbeiteten Daten gehören Bestandsdaten, wie z.B. der Name und die Adresse, Bankdaten, wie z.B. Kontonummern oder Kreditkartennummern, Passwörter, TANs und Prüfsummen sowie der Spendenbetrag und die empfängerbezogenen Angaben. Die Angaben sind erforderlich, um die Transaktionen durchzuführen. Die eingegebenen Daten werden jedoch nur durch die Zahlungsdienstleister verarbeitet und bei diesen gespeichert. D.h. wir erhalten keine konto- oder kreditkartenbezogenen Informationen, sondern lediglich für den Buchversand notwendige Adress-Informationen mit Bestätigung der Zahlung. Unter Umständen werden die Daten seitens der Zahlungsdienstleister an Wirtschaftsauskunfteien übermittelt. Diese Übermittlung bezweckt die Identitäts- und Bonitätsprüfung. Hierzu verweisen wir auf die AGB und Datenschutzhinweise der Zahlungsdienstleister.